In der Kantine des LFA wird sich etwas ändern ! Die ALFA begleitet die geplanten Veränderungen und vertritt die Interessen der Schüler.

Vorbemerkung

Zum besseren Verständnis des vorliegenden Artikels ist es vorneweg zu erwähnen, dass das LFA, das gleichzeitig ein Collège und ein Lycée ist, vom Département des Yvelines verwaltet wird, wie jedes Collège im Département, und nicht von der Region wie die Lycées. In der aktuellen Konfiguration, bezüglich der Organisation der Kantine, überlässt der Conseil Départemental an den meisten verwalteten Collèges und besonders am LFA die Geschäfte vollständig dem jeweiligen Küchenchef (Territorialbeamter bezahlt vom Département) und der Schulleitung (Proviseur & Gestionnaire, bezahlt von der Education Nationale). Außerdem bekommt jedes Collège basierend auf der Schülerzahl einen finanziellen Zuschuss vom Conseil Départemental .

Im Laufe des Jahres 2017 hat das Département des Yvelines beschlossen, die Verwaltung der Kantinen zu ändern und ein neues, zentralisiertes Model für das ganze Département einzuführen. Vorgesehen ist, eine SEMOP (Société d’Economie Mixte à Opération unique) zu gründen, in der die öffentliche Körperschaft (Département des Yvelines) und ein ausgewählter privater Partner ein Gemeinschaftsunternehmen auf Zeit gründen, um eine spezifische Aufgabe zu erfüllen – in diesem Fall die Betreibung aller Kantinen der Collèges des Yvelines.

Am 22. Dezember hat der Conseil Départemental die Gründung dieser SEMOP per Abstimmung beschlossen und somit werden in Zukunft die Kantinen der Collèges des Yvelines von einem privaten Unternehmen betrieben. Die Argumentation des Départements kann auf seiner Internetseite nachgelesen werden, es ginge zu weit, an dieser Stelle im Detail darauf einzugehen.

In der ALFA haben wir zum ersten Mal im September 2017 von diesem Projekt gehört. Angesichts der heutigen, exzellenten Qualität der Kantine des LFA stellte sich sofort die Frage, wie diese Änderung sich auf die Teller unserer Kinder auswirken könnte. Im Büro der ALFA waren wir uns alle einig, dass die angestrebte Zentralisierung der Kantinenbetreibung eine Bedrohung der Qualität und der « Kundennähe » bedeuten würde, von der unsere Kinder heute profitieren. Parallel dazu ist auch an anderen Schulen der Unmut bezüglich dieses Projekts öffentlich geworden. Schwerpunkt der Kritik waren vor allem die unklaren Zielsetzungen und die Abwesenheit von konkreten, praktischen Modalitäten der Umsetzung (bei Durchsicht der Informationsbroschüre kann sich jeder selbst ein Bild davon machen). Eines der Hauptargumente des Département ist, gleiche und gerechte Preise für alle Familien zu sichern, unserer Ansicht nach hätte dies auch ohne einen privaten Partner erreicht werden können. Der Beschluss eine SEMOP zu gründen ist rein politisch.

Wir erinnern daran, dass die Amicale du Lycée Franco-Allemand unpolitisch ist und sich keinesfalls in das politische Spektrum einordnet. Unser einziger Leitfaden war und bleibt, die bestmöglichen Bedingungen für die Schullaufbahn unserer Kinder zu schaffen und zu bewahren.

Während des Conseil d’Administration Ende November 2017 wurde das Projekt der SEMOP von Mme Aubert et M. Reynal, gewählten Abgeordneten des Conseil Départemental, vorgestellt. In einer recht hitzigen Diskussion wurde die Schaffung der SEMOP von allen Mitgliedern des CA des LFA (Angestellte, Lehrer, Eltern und Schülervertreter) abgelehnt. Leider ist die Organisation des Kantinenservices nicht im Kompetenzbereich des Conseil d’Administration der Schule und die Abstimmung hatte somit nur symbolischen Charakter.

Aber immerhin kam Bewegung in die Sache und die ALFA wurde für den nächsten Abend zu einem Gespräch mit dem Generaldirektor der Dienste des Yvelines, M. Cabana, eingeladen. Der Präsident der ALFA und die zwei Vizepresidenten konnten so direkt mit dem eigentlichen Architekten des Projektes der SEMOP sprechen. Während fast drei Stunden in sehr entspannter Atmosphäre hat M. Cabana versucht, uns vom Sinn und Nutzen seines Projektes zu überzeugen, während wir versucht haben, die Sonderstellung des LFA geltend zu machen und unsere Schule von der SEMOP auszuschließen. Ohne Erfolg.

Ganz umsonst waren die Diskussionen jedoch nicht, denn M. Cabana, in Anerkennung der Bedeutung des LFA und im Bewusstsein unserer Unzufriedenheit, bot an, dass Vertreter des LFA an den geplanten Konzertationsrunden zwischen Département und Elterngewerkschaften (la PEEP, la FCPE, l’UNAAPE) teilnehmen sollten. Die Vertreter des Lycée International de Saint-Germain-en-Laye waren ebenfalls zum Treffen im Dezember eingeladen. Zu unserer großen Überraschung stimmten alle Elternvertreter und Gewerkschaften einstimmig gegen das Projekt der SEMOP.

Aber weder diese Ablehnung, noch die zahlreichen Protestbriefe der Eltern, konnten die Tendenz ändern. Alle Abgeordneten des Conseil Départemental des Yvelines kommen aus dem gleichen politischen Lager (« Les Républicains ») und haben das Projekt der SEMOP am 22. Dezember 2017 beschlossen.

Im weiteren lud das Département die ALFA sowie die anderen Elternvertreter ein, an der Ausarbeitung der Ausschreibung und der Konzertation über die praktischen Modalitäten mitzuwirken. Auch wenn wir dem Projekt der SEMOP kritisch gegenüberstehen, schien es uns wichtig an den weiteren Treffen konstruktiv teilzunehmen, um so die Interessen unserer Schule bestmöglich vertreten zu können. An zwei Sitzungen im Januar 2018 haben René Rodriguez und Jörg Blankenstein die ALFA vertreten und versucht, die spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse des LFA zu verteidigen. Wieviele und welche unserer Forderungen, Vorschläge, Lösungen und Ansprüche am Ende berücksichtigt werden, wissen wir heute nicht. Allerdings sind wir uns sicher, dass wir an der Konzertation teilnehmen mussten, um zumindest angehört zu werden.

Auch zum heutigen Zeitpunkt sind uns die tieferen Motivationen des Départements, eine SEMOP zur Verwaltung aller Kantinen zu gründen, nicht vollständig klar geworden. In den Diskussionen ist mehrfach betont worden, dass es nicht um finanzielle Einsparungen geht. Das Département geht davon aus, dass die Gesamtausgaben in der gleichen Größenordnung wie heute bleiben werden, wissend, dass die Gewinnspanne des privaten Partners aus Einsparungen erzielt werden müssen. Die Kernpunkte des Projektes für das Département scheinen uns die Versorgung mit Lebensmitteln aus lokalen Quellen und die Problematik der Personalaufsicht zu sein. Die heutigen Angestellten der Kantinen sollen wohl Territorialbeamte bleiben können und ihre Rechte behalten, allerdings werden alle zukünftigen Arbeitsverträge von der SEMOP ausgestellt und somit nicht mehr im öffentlichen Dienst, sondern in der Privatwirtschaft sein.

Ein generell positiver Punkt ist hervorzuheben: das Département hat klar Position für eine Essensproduktion vor Ort bezogen, sobald eine „Mindestzahl“ von Schülern zu versorgen ist, die eine Küche vor Ort rentabel werden lässt. Eine Umfrage im Vorfeld des Projektes hatte die Herstellung des Essens in den Schulen selber als Qualitätsgarant hervorgehoben.

Der weitere Verlauf des Projektes ist noch ziemlich vage, die Ausschreibung zur Findung des privaten Partners soll im April stattfinden, die Auswahl des Unternehmens im September 2018, um spätestens im September 2019 die Umstellung vollzogen zu haben. Zur Information: Die nächste Sitzung mit dem Département ist auf den 10. April festgelegt worden.

Dieses ganze Thema müssen wir und werden wir sehr aufmerksam verfolgen, denn am Ende steht die tägliche Qualität des Essens unserer Kinder auf dem Spiel.