Nach zwei schwierigen Corona-Jahren waren wir alle sehr froh und dankbar, dass die lang ersehnte Stufenfahrt nach Berlin stattfinden konnte.

Das Schuljahr über hatte die gesamte Stufe Geld für die Reise gesammelt, nicht zuletzt mit dem wöchentlichen Kuchenverkauf in der großen Pause und beim Weihnachtsmarkt, einem Pulli-Verkauf mit neuen LFA-Logos, einem Schokoladenverkauf um Ostern herum und weiteren Projekten, welche von den Berlin-Vertretern aus der Stufe geleitet und organisiert wurden.

Wir sind am Freitag den 24. Juni gegen 19 Uhr mit zwei Bussen, knapp 150 Schülern und 10 Lehrern losgefahren. Die begleitenden Lehrer waren Herr Beutel, Herr Beyer, Frau Bukauskaite, Herr François, Frau Harcour, Frau Perraud, Herr Prieur, Frau Rocher, Frau Wagner und Frau Zastrow. Die Stimmung war entspannt, ausgelassen und voller Vorfreude.

Nach einer langen, nächtlichen Busfahrt mit wenig Schlaf, dafür aber viel Spaß, sind wir schließlich am Samstagmorgen gegen 10 Uhr an unserem Hostel im Stadtteil Prenzlauer Berg angekommen. Für einige blieb kaum Zeit für ein schnelles Frühstück, da die erste Gruppe schon kurz darauf zum ersten Programmpunkt musste: Eine geführte Fahrradtour durch Berlin und so ein erster Eindruck der vielen Sehenswürdigkeiten, die wir die Woche noch weiter kennenlernen würden. Es gab es kurze Stopps an der Museumsinsel, dem Bundestag, Checkpoint Charlie oder auch dem Brandenburger Tor, immer begleitet von kleinen Erklärungen oder netten Anekdoten. Der restliche Tag war der Erkundung des Alexanderplatzes und seiner Umgebung gewidmet, wobei wir uns selbstständig in Grüppchen umsehen konnten. Viele Geschäfte, Restaurants und Parks waren zu finden, viele Schüler sind auch an einem Basketball-Event vorbeigelaufen und haben sich dort kostenlose Werbe-Käppis und -Sonnenbrillen geholt. Dank des 9-Euro Tickets konnten wir uns sehr frei bewegen und auch entferntere Ziele ohne Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.

Nach einer teilweise ereignisreichen Entdeckung unserer Hostelzimmer mit einigen Überraschungen, hatten einige noch eine der vielen Abendaktivitäten, am Samstag waren es verschiedene Improvisationstheater, eine Oper und ein Kinobesuch.

Ab Sonntag waren wir nun einen Großteil der Zeit in zwei Blöcke aufgeteilt, um die Aktivitäten mit weniger Schülern anzugehen. Der 1. Block hatte am Sonntagmorgen einen Besuch im Bundestag, wobei eine Gruppe auch eine sehr interessante Führung durch das ganze Gebäude bekam (an der Stelle ein großer Dank an die schnelle Buchung von Herrn Beyer!) und der gesamte Block konnte danach eigenständig oder mit einem Audio-Guide die Reichstagskuppel besichtigen.

Nachmittags waren wir im Konzentrationslager Sachsenhausen. Eine bedrückende Stimmung an einem noch dazu heißen Tag mit der prallen Sonne über uns, ließ uns deutlich spüren, wie sich die Häftlinge dort gefühlt haben müssen.

Abends hatten wieder einige eine Aktivität, wobei es eine Musik-Revue von Barry Kosky gab, die Puccini-Oper „La Fanciulla del west“ und eine Komödie.

Am Montag waren wir vormittags in einem Museum (Topographie des Terrors) über die nationalsozialistische Diktatur unter Hitler. Nachmittags hatten wir eine Führung durch einen Stadtteil Berlins, in dem uns ein Profi einiges über Graffiti erklärt hat. Zudem durften wir in Gruppen selbst ein Graffiti gestalten, mit einem Wort unserer Wahl und der Unterstützung und Technik unseres Guides.

Auch am Montag gab es abends wieder verschiedene Aktivitäten, das Theater Medea, die Oper „Hoffmanns Erzählungen“ und das Kriminaltheater „Die 8 Millionäre“.

Dienstag waren wir vormittags im jüdischen Museum, eine sehr interessante Erfahrung, da der Architekt hier so gebaut hat, dass man am ganzen Körper spüren konnte, wie sich die Juden in der Zeit ab 1933 fühlen mussten.

Der Nachmittag stand dann einem Teil des Blocks zur freien Verfügung, mit einer freiwilligen kleinen Stadtrallye, während die SIA eine englische Führung an der Berliner Mauer hatte.

Abends trafen wir uns dann mit der gesamten Stufe am Friedrichstadtpalast, um gemeinsam die ARISE-Grand-Show ansehen zu können. Eine Show, die wohl die Allermeisten fasziniert und begeistert hat, mit den vielen Licht-, Feuer- und Wassereffekten, tollen Tänzern und Sängern, sowie unglaublichen Akrobaten.

Der Mittwochvormittag diente der Besichtigung des Futuriums, einem Museum, welches sich, wie der Name schon sagt, der Zukunft widmet. Weniger Text, dafür viele kleine Aktivitäten zum selber machen brachten hier ein wenig Abwechslung zu anderen Museen.

Wie jeden Mittag konnten wir gemeinsam mit Freunden essen, bevor es am Nachmittag zum nächsten Museum ging, welches diesmal den Alltag in der DDR schilderte. Zusätzlich gab es hier einen Spaziergang durch den „Kiez“.

An diesem Abend waren die möglichen Abendaktivitäten abermals die Musik-Revue, das Theater „Tschick“ und das Kriminaltheater „Das Paket“.

Der Donnerstag begann für alle sehr entspannt, da unsere Aktivitäten erst gegen 11 Uhr oder später begannen. Der Vormittag/Mittag bestand aus einem vorher gewählten Museumsbesuch auf der Museumsinsel (Panorama, Bode Museum, Altes Museum, etc.). Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, was viele dazu brachte, ein letztes Mal durch die Berliner Kaufhäuser zu ziehen, oder aber endlich einmal die Hitze durch einen Freibadbesuch oder Ausflug an den See erträglich zu machen.

Abends fand sich die gesamte Stufe in einem indischen Restaurant wieder ein, und zuletzt konnten wir den Abend in einer Schülerdisko ausklingen lassen.

Am Freitag ging es dann für die ersten Schüler schon gleich nach dem Frühstück zum Berliner Hauptbahnhof und in den Zug, die anderen beiden Gruppen folgten wenige Stunden später.

Für die ersten zwei Gruppen verlief die Fahrt recht unproblematisch, die dritte Gruppe dagegen verpasste den (letzten) Anschlusszug und hatte so noch eine weitere, unerwartete Übernachtung in Kassel.

Schließlich kamen aber alle Schüler wohlbehalten spätestens am Samstagmittag in Paris an.

Diese von allen Schülern lang erwartete Reise ist für uns alle unvergesslich, und hat es uns ermöglicht, tolle Erfahrungen und Erinnerungen mit Freunden in einer aufregenden Stadt zu sammeln, und nicht zuletzt auch neue Freundschaften zu schließen.

Ein großer Dank geht an alle Lehrer, die uns diese Woche über begleitet und uns so Vieles ermöglicht haben, besonders an Herrn Beutel und Herrn Wirth für die gesamte Organisation dieses riesigen Projekts.

Auch möchten wir uns vielmals beim Elternverein ALFA bedanken, der diese Reise durch seine große finanzielle Unterstützung überhaupt erst ermöglicht hat.

Rieke KORTEN 1SBC