„Was möchtest Du einmal werden?“ Diese Frage haben Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter bestimmt schon einmal gestellt. Als die Kinder noch jünger waren, gingen die Antworten von Feuerwehrmann bis Pilot, von Arzt bis Bauer, von Astronaut bis Bundeskanzler… Manchmal lautete die Antwort auch: „Ich weiß es noch nicht. Ich habe ja noch Zeit!“. Damals war es bis zum „Später“ auch noch lange hin. Man hatte noch viel Zeit.

Aber nun, da das kleine Mädchen oder der kleine Junge von damals in der Klassenstufe der Seconde, der Première oder der Terminale die Schulbank drückt, ist aus dem „Später“ ein „Jetzt“ geworden. Man muss jetzt so langsam wissen, was die Zukunft bringen soll, was das bisher so behütete Kind als junger Erwachsener nach dem Abitur machen will, O – rien – ta – tion heißt die Devise.

In unserer Schülerschaft gibt es einige Glückliche, die bereits genau ihre Berufsziele vor Augen haben und wissen, wie sie diese nach dem Abitur umsetzen wollen. Dann gibt es noch die anderen, die, die noch suchen, die sich noch suchen. Für diese Jugendlichen bleibt natürlich die Lösung, die gleiche Laufbahn wie Papa oder Mama einzuschlagen. Es gibt die „typisch französische“ Laufbahn, also zwei Jahre „classes prépa“, dann Auswahlverfahren usw. Und schließlich ist da noch eine andere Möglichkeit, die im Grunde genommen die logische Folge der Schulausbildung am LFA ist: ein dualer deutsch-französischer Studiengang.

Die Auswahl ist groß. Um sich einen genaueren Überblick zu verschaffen, sollte man nach den Berufsinformationstagen am LFA im Herbst zum deutsch-französischen Forum fahren, der deutsch-französischen Hochschul- und Studienmesse in Straßburg.

Grob umrissen entspricht eine deutsch-französische Ausbildung einer Ausbildung, die in einem integrierten Studiengang von zwei Partnerhochschulen angeboten wird, eine in Deutschland und eine in Frankreich. Diese Hochschulen arbeiten eng zusammen und bieten den Studenten die Möglichkeit, ihr Studium zum Teil in Deutschland und zum Teil in Frankreich zu absolvieren. Die Ausbildung, ob Bachelor oder Master, wird dann, je nachdem, wie die Zusammenarbeit der Hochschulen organisiert ist, mit ein oder zwei Diplomen abgeschlossen. Die Mehrzahl der deutsch-französischen Studiengänge wird vom Netzwerk der Deutsch-Französischen Hochschule angeboten. Ihre Mission besteht darin, deutsch-französische Studiengänge zu initiieren und den Studenten, die sich für solche dualen Studiengänge interessieren, bei der Organisation behilflich zu sein.

Das Forum in Straßburg ist die Gelegenheit, Vertreter der verschiedenen deutschen oder französischen Hochschulen, „Grandes Ecoles“ oder Instituts d’Etudes Politiques einerseits bzw. der Universitäten, Technischen Universitäten, Hochschulen oder Fachhochschulen andererseits zu treffen, jede dieser Hochschulen bietet einen oder mehrere deutsch-französische Studiengänge an. Diese Messe in Straßburg bietet außerdem – und vielleicht sogar vor allem – die Möglichkeit, Studenten zu treffen, die den Weg dieser dualen Studiengänge eingeschlagen haben. Sie teilen gerne ihre Erfahrungen, sprechen über die Gründe und das Umfeld ihrer deutsch-französischen Ausbildung, über die Vorteile, aber auch über die Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt und lassen an ihrer Begeisterung teilhaben.

Der Besuch des Straßburger Forums ist unerlässlich für alle Gymnasiasten des DFG, die ihre Berufslaufbahn in der Kontinuität ihrer Gymnasialzeit am DFG auslegen wollen. Und eines Tages, wenn dann ein ehemaliger Schüler Präsident, Bundeskanzler, Supermann oder etwas Anderes geworden ist, wird er sicher von einem gewissen Forum in Straßburg sprechen, das ihm bei der Entscheidungsfindung eine große Hilfe gewesen ist.

2017 findet das Forum am 10 und 11 November statt.